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Ordnungsideen für kleine Wohnungen

  • Autorenbild: Marga Hermans
    Marga Hermans
  • 4. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Weniger Quadratmeter, mehr Lebensqualität


Wohnraum wird in vielen Städten und beliebten Regionen immer kostbarer – die Kauf- und Mietpreise in Wien, Innsbruck, Salzburg und beliebten Freizeitregionen lügen nicht. Für Singles, Paare und Familien sind kleine Wohnungen deshalb oft die realistische Lösung.


Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Menschen ganz bewusst für weniger Wohnfläche: weil sie weniger putzen und instand halten möchten, nachhaltiger leben wollen, mehr Zeit draußen verbringen oder schlicht weniger besitzen möchten.


Denn eines ist klar: Nicht die Größe einer Wohnung entscheidet darüber, ob wir uns zuhause fühlen. Entscheidend ist, ob der vorhandene Raum zu unserem Leben passt und ob die Dinge darin bewusst ausgewählt sind.


Gerade in kleinen Wohnungen gibt es wenig „Puffer". Hier liest du einige Denkanstöße, an welchen Schrauben du drehen kannst, um deinen kleinen Wohnraum zusammenzuhalten und ihn in deine ganz persönliche Wohlfühloase zu verwandeln.



Warum Dinge ohne festen Platz schnell chaotisch wirken


Ob du alleine wohnst, mit Mitbewohner:innen oder mit deiner Familie den Wohnraum teilst: Ein fester Platz für alle Dinge ist das A und O für ein funktionierendes Zuhause. Wir betonen das immer wieder – nicht ohne Grund. Dinge ohne festen Platz wirken schnell chaotisch. Statt überall kleine Sammelstellen zu haben, solltest du vor allem in kleinen Wohnungen klare Kategorien bilden. Wenn diese Kategorien dann auch noch einen logischen Platz bekommen – nämlich dort, wo sie genutzt werden – ist schon viel gewonnen.


●        Schlüssel bei der Eingangstür

●        Sportkleidung und Zubehör pro Sportart gemeinsam gelagert

●        Backzutaten dort, wo der Kuchen gebacken wird

●        Ladekabel nicht in fünf verschiedenen Schubladen


Bewusste Entscheidungen: Was darf rein?


Bevor du jedem Gegenstand einen festen Platz gibst, lohnt sich ein Blick auf einen anderen wichtigen Aspekt: bewusst einkaufen. Bewusst entscheiden, was in deine Wohnung einziehen darf – und was nicht unbedingt notwendig ist.


Fragen, die dabei helfen können:


●        Habe ich bereits etwas, das diese Aufgabe erfüllt?

●        Wo werde ich den Gegenstand aufbewahren?

●        Kann ich ihn mir von jemandem borgen?

●        Würde ich den Gegenstand auch kaufen, wenn er den doppelten Preis kosten würde?


Und eine Frage, die du dir mehrmals stellen kannst – nur mit jeweils anderer Betonung: „Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?"


●        Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?

●        Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?

●        Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?

●        Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?

●        Brauche ich diesen Gegenstand wirklich?


Bei Geschenken:


●        Nicht jedes Geschenk muss dauerhaft bleiben.

●        Wertschätzung und Besitz sind zwei verschiedene Dinge.


Bei Erinnerungsstücken:


●        Nicht alles muss aufgehoben werden, um eine Erinnerung zu bewahren.

●        Fotos können helfen, wenn der physische Platz fehlt.


Mehr zu Erinnerungsstücken findest du in diesen Blogs:



Wie verhinderst du, dass sich über Jahre zu viel ansammelt?


Vor allem in einer kleinen Wohnung lässt es sich nicht ganz vermeiden, dass sich Sachen ansammeln. Damit die Wohnung dabei nicht überquillt, sind Routine und Disziplin gefragt.


Plane ein regelmäßiges Aussortieren ein und warte nicht, bis die Schränke aus allen Nähten platzen. Dabei helfen zum Beispiel ein saisonaler Kleiderschrank-Check, ein jährlicher Bad- und Kosmetik-Check und ein regelmäßiger Check des Lebensmittelvorrats.


Auch Papierkram solltest du regelmäßig aktualisieren und ablegen. Wichtig dabei: so viel wie möglich digitalisieren (siehe auch: 7 Tipps für deine digitale Ordnung).


Außerdem hilft der einfache Trick „einmal rein – einmal raus" besonders gut bei:


●        Kleidung

●        Büchern

●        Küchenutensilien

●        Deko


Und du solltest sogenannte „Sammelstellen" – wie den Stuhl mit der Kleidung, die Ablagefläche in der Küche (auch oft: Esstisch) oder die Schublade für alles – möglichst vermeiden. Lässt sich das nicht vermeiden, hilft nur eines: regelmäßig streng kontrollieren.


Kleine Wohnung praktisch gestalten


In einer kleinen Wohnung solltest du dir gut überlegen, wie sie praktisch eingerichtet werden kann. Dafür gibt es viele originelle Lösungen in bekannten Möbelhäusern – und jede Menge Inspiration online.


Denk an Möbel mit mehreren Funktionen: ein Bett mit Schubladen, ein ausziehbarer Esstisch, eine Couch mit Stauraum oder Klappmöbel für die Terrasse.


Beachte dabei, dass geschlossene Aufbewahrung ruhiger wirkt als offene Flächen. Das gelingt gut mit einheitlichen Boxen, damit kleine Teile nicht sichtbar sind. Auch hier zahlt es sich wieder aus, klare Kategorien zu bilden.


Und solltest du die Möglichkeit zu freien Flächen haben: Nutze sie – indem du sie frei lässt! Ein häufig gemachter Fehler ist, dass jede Ecke zugestellt wird. Dabei gilt: „Leerer Raum ist kein verlorener Platz. Er gibt einer Wohnung Ruhe."



Gemeinsam Ordnung halten: Mitbewohner und Familie einbeziehen


Ein wichtiges Thema ist, Mitbewohner in das gemeinsame Ordnunghalten miteinzubeziehen. Es ist nicht die Ordnung einer einzelnen Person, sondern die Ordnung der Wohnung – und aller, die den Wohnraum nutzen.


Triff klare Vereinbarungen und erarbeite gemeinsame Regeln, mit denen sich alle wohlfühlen. Zum Beispiel:


●        Wo gehören die Dinge hin?

●        Welche Flächen bleiben frei?

●        Wer räumt was zurück?


Wichtig ist auch, zu kommunizieren, warum Ordnung wichtig ist. Vorleben statt kontrollieren:


●        Erklären, warum Ordnung wichtig ist

●        Gemeinsam Lösungen finden

●        Nicht zu perfektionistisch sein


Für Familien mit Kindern kann es eine Herausforderung sein, die Ordnung zu behalten – mit ein paar Hilfestellungen lässt sich das aber gut umsetzen:


●        Weniger Spielsachen, dafür rotieren

●        Klare Kategorien

●        Kinder brauchen nicht unendlich viele Dinge

●        Kinder können auch selbst aufräumen – wenn es vorgelebt wird und es eine logische Methode gibt

●        Gemeinsame Bereiche bewusst gestalten


Der Unterschied zwischen „klein wohnen" und „beengt wohnen"


Eine kleine Wohnung fühlt sich nicht automatisch eng an. Eng wird es meist durch zu viele Dinge, fehlende Ordnungssysteme, keine freien Flächen und ständig offene Baustellen.


Eine kleine Wohnung kann dagegen sehr gemütlich sein – wenn jeder Gegenstand bewusst gewählt wurde, der Alltag funktioniert, alle Mitbewohner harmonisch zusammenleben und Ordnung schaffen, und wenn die Räume ihre Bewohner unterstützen.


Fazit: Es dreht sich nicht darum, wie du mehr Dinge in deine Wohnung bekommst, sondern vielmehr darum, wie du entscheidest, welche Dinge dein Leben wirklich bereichern.


Marga Hermans

 


 
 
 

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